
Der Herbst brachte uns ganz mieses Wetter. Dieses Jahr konnte man nicht vom goldenen Herbst reden. Das nasskalte Wetter schlug allen aufs Gemüt, vor allem Dean. Denn der musste in diesem Mistwetter Laub zusammen kehren.

Das einzig Gute an den dem schlechten Wetter war, dass es abends eher Dunkel wurde. Wenn die Kinder im Bett waren, nutzten Dean und ich die Zeit um ausgiebig vor dem Kamin zu Kuscheln.

„Weißt du eigentlich wie glücklich ich bin. Wär hätte gedacht, dass ich mit Anfang 40 all das habe, was ich mir als Kind immer vorgestellt habe. Ich habe 4 wunderschöne Kinder, ein schönes Haus und den allerbesten Mann an meiner Seite. Und wenn dieser Mann auch wieder öfter seinen ehelichen Pflichten nachkommen würde, wäre mein Glück perfekt.“
„Dafür müsstest du erstmal zustimmen, dass wir beide heiraten.“
„Du weißt genau was ich meine. Wir leben doch eigentlich wie verheiratet. Wer braucht schon dieses blöde Papier wo das draufsteht. Außerdem dachte ich, dass du von normalem Heiraten genauso wenig hältst wie ich. “
„Dann frag ich dich jetzt hier und jetzt. Leni, möchtest du die Ehe ohne Papier mit mir eingehen, mich lieben und ehren, bis das der Tod uns scheidet?“
„In meinem Herzen bist du mein Mann, bis das der Tod uns scheidet. Ich werde dich immer lieben, egal was kommt. Und nun frage ich dich. Willst du mir ein liebender Ehemann sein. Mich immer genauso lieben wie du es jetzt tust? So antworte mit Ja, ich will.“
„Meine Liebe zu dir wird sich niemals ändern. Komme was wolle.“
Lange noch sahen wir uns in die Augen. Meine dritte Ehe und diesmal würde es gut gehen.
„Und jetzt zeig ich dir mal, wie sehr ich es mit meinen ehelichen Pflichten ernst nehme.“

Schelmisch grinste er mich an. Und eh ich mich versah flog ich im hohen Bogen auf die Couch…

… wo er mir leidenschaftlich demonstrierte wie sehr er mich liebte…

Trotz des nasskalten Herbstes mussten wir dieses Jahr lange auf den Schnee warten. Erst am Weihnachstmorgen war alles um uns herum weiß.

Schöner hätte unser erstes Weihnachten zu sechst nicht sein können. Was ist schon Weihnachten ohne Schnee? Jetzt musste nur noch alles mit dem Essen klappen.

Wir hatten Katha, Lynn und Manuel zum Abendessen eingeladen, da Katha in ihrem Zustand kein Festmahl mehr kochen wollte. Ich konnte sie verstehen. Mir war es damals nicht anders ergangen.

Vor allem Lilly liebte den Schnee über alles. Deswegen schmiss sie den armen Phil schon sehr früh aus dem Bett.
„Phil, du Schnarchnase steh doch endlich auf. Es hat geschneit. Schnell.“
„Mensch Lilly. Es ist noch nicht mal Acht. Ich wollte eigentlich heute mal ausschlafen.“
„Ausschlafen kannst du jeden Tag. Wir müssen es ausnutzen, dass wir heute frei haben. Schau mal raus wie viel Schnee da liegt.“

Noch ganz verschlafen blickte Phil raus in den Garten und traute seinen Augen nicht. Mit soviel Schnee hatte er nicht gerechnet.
„Das ist ja der Wahnsinn. Aber lass uns erstmal Geschenke austauschen.“

„Frohe Weihnachten Lilly. Ich hoffe mein Geschenk macht dir Freude.“
„Das gleiche hoffe ich von meinem Geschenk.“
Vorsichtig öffneten beide die Pakete und mussten dann herzhaft lachen. In beiden Paketen lag dasselbe Geschenk. Ein silberner Bilderrahmen mit dem Bild der beiden darin und die neuste DVD von Henry Potter.

Lachend nahmen sie sich in die Arme.
„Ich hab dich lieb meine Süße. Du bist meine allerbeste Freundin und das wird sich nie ändern.“
„Ich hab dich auch lieb. Und jetzt zieh dich an. Der Schnee wartet auf uns.“

Während ich alles für den Abend vorbereitete verbrachten die Beiden den ganzen Tag draußen.

Sie hatten solchen Spaß, dass ich sie quasi zwingen musste wieder hereinzukommen.

Gegen 19 Uhr kamen dann auch endlich Katha und Manuel. Leider ohne Lynn, denn aufgrund des vielen Schnees war ihr Flug gecancelt worden. Ich wusste wie sehr Katha dies mitnahm. Deswegen wollte ich alles dafür tun, dass dieses Weihnachten trotzdem halbwegs schön für sie wurde.

„Es ist unglaublich wie groß dein Bauch schon geworden ist. Und wie die beiden treten.“
„Ne, das ist nur Isabella die da so tritt. Sie kommt halt ganz nach Lynn. Ihr Bruder ist den ganzen Tag nur am schlafen.“

„Ich hätte mich auch schwer gewundert, wenn dein Kleiner so ein richtiger Wirbelwind wird. Aber mal abwarten, vielleicht ändert sich ja alles noch. Und was hältst du davon, wenn wir jetzt Essen? Die Kleinen haben doch bestimmt Hunger.“

Zum Glück konnte ich mit meinem Truthahn überzeugen. Es wurde ein lustiges Essen. Katha ließ sich ihre Traurigkeit nicht anmerken und Phil und Lilly blieben artig am Tisch sitzen. Doch kaum hatte der letzte seine Gabel hingelegt waren die beiden nicht mehr zu bremsen.

Und darum verschoben wir den Kaffee auf nach die Bescherung. Während wir alle artig auf „Nikolaus“ Dean warteten…

..war Lilly viel zu aufgeregt um still zu sitzen. Lieber hüpfte sie vor dem Weihnachtsbaum auf und ab.
„Mensch Lilly, jetzt setz dich doch mal hin. Dad kommt doch jetzt gleich. Du gehst hier allen auf den Wecker. Und außerdem weißt du doch eh was du bekommst.“
„Deswegen bin ich ja so aufgeregt. Und dein Dad ist gemein, dass er uns so lange warten lässt.“
„Ach Phil, lass sie doch. Ich kann mich noch gut an einen kleinen Jungen erinnern, der es vor ein paar Jahren nicht lassen konnte schon vor dem Essen lauthals nach seinen Geschenken zu schreien.“
„Och Mensch, musst du immer auf den alten Kamellen rumreiten. Ich bin ja schon still. Aber nur wenn ich als zweiter meine Geschenke bekomme.“
Während Lilly und Phil ihre Geschenke schon eifrig am ausprobieren waren…

…hatten auch wir Erwachsenen Zeit für die Bescherung.
„Katha, von uns gibt es nur eine Kleinigkeit zur Verschönerung eures neuen Heimes. Denn wir wissen ja, was ein Umzug per Container kostet. Wir wollten dann nicht noch für unnötige Kosten sorgen. Ich wollte dir oder besser gesagt euch noch alles Glück der Welt wünschen. Ich ziehe den Hut vor euch, dass euch entschlossen habt diesen Schritt zu wagen.“

„Danke Leni für den schönen Abend. Auch wenn er mit Lynn an meiner Seite noch schöner gewesen wäre, hat es mir doch sehr bei dir gefallen. Ich werde es vermissen, nicht mehr spontan mit dir einen Kaffee trinken zu können. Bald werden wir so weit auseinander leben.“
„Wir werden uns trotzdem nicht aus den Augen verlieren. Dann müssen wir halt jeden Tag am Telefon zusammen unseren Kaffee trinken. Aber ich freue mich so sehr für euch. Aber ich bewundere auch euren Mut diesen Schritt zu gehen. Es wird bestimmt nicht einfach sein, neben zwei Kindern noch eine Ballettschule zu führen. Aber ihr werdet das bestimmt prima meistern.“
„Ich weiß selber, dass dies ein großer Schritt sein wird. Und eigentlich habe ich ja gedacht, dass Lynn noch ein paar Jahre weitertanzen könnte. Das hätte dann viel besser gepasst. Die Zwillinge wären aus dem gröbsten raus und ich hätte sie voll uns ganz unterstützen können. Aber es kommt halt nicht immer alles so wie man denkt. Schau doch dich an. Ich hätte niemals gedacht, dass du mal mit Dean Kinder haben würdest.“

„Ja, manchmal läuft es anders als man es erwartet. Weißt du denn schon, wenn ihr in euer neues Haus rein könnt?“
„Ich denke mal Mitte März wird soweit alles fertig sein, dass wir mit 2 Babys dort leben können. Ich habe also noch genug Zeit um Französisch lernen.“
„Zur Not nimmst du Nachhilfe bei Phil. Er ist wirklich ein guter Lehrer. Dank ihm hat Lilly keine 5 mehr in Französisch.“

Katha verabschiedete sich gegen Mitternacht. Nachdem wir unsere aufgedrehten Kids ins Bett gebracht hatten, zog mich Dean zärtlich in sein Arbeitszimmer.
„Und nun ist es Zeit für mein persönliches Geschenk für dich.“
Und dann spielte er eine Melodie von solcher Schönheit, dass mein Herz aufblühte. Ich hätte niemals gedacht, dass es noch etwas Schöneres geben konnte als das „Sumselied“ was er einst für mich geschrieben hatte. Wir er dort saß am Klavier, wie er mit so gefühlvoll für mich sang, verliebte ich mich auf ein Neues in Ihn.

„Du hättest mir kein schöneres Geschenk machen können. Ich liebe dich mein Schatz.“
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Wie schnell die Zeit doch rennt, wenn man sich um 4 Kinder kümmern muss. Zum Glück waren Phil und Lilly mittlerweile schon alt genug um selbstständig zurecht zu kommen. Trotzdem achteten Dean und ich darauf, dass sie nicht zu kurz kamen.

Ich konnte mich gar nicht mehr daran erinnern wie schnell Babys wachsen. Jeden Tag aufs Neue stellten wir neue Veränderungen an ihnen fest. Es war schön mit anzusehen wir unterschiedlich die Zwillinge wurden.

Während Will vom Aussehen her immer mehr Dean glich und auch vom Charakter her eher extrovertiert war…

...war Amy mein Ebenbild und eher still.

Sie war leicht zu beschäftigen und hing sehr an ihrer großen Schwester. Will hingegen konnte keine Minute still sitzen und musste alles genau untersuchen.

Und eh ich mich versah feierten wir schon den 3. Geburtstag unserer Zwillinge. Es wurde nur eine kleine Familienfeier. Für eine große Party waren sie einfach noch zu jung.

Es war so schön anzusehen wie unsere 4 Kinder miteinander umgingen. Keine geschwisterlichen Streitereien. Trotz ihrer pubertären Zickereien kümmerten sich Lilly und Phil rührend um die beiden. Was kann man sich als Eltern Schöneres vorstellen… Lächelnd sahen Dean und ich zu den Vieren herüber. Es hätte wirklich alles so schön sein können…

…wären mir nicht die Blicke aufgefallen, die Phil und Lilly sich zuwarfen wenn sie sich unbeobachtet fühlten…
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